Duftit

Grünes Mineral aus Altenmittlau

Der Mineraliensammler Albrecht Vorbeck(†) aus Goldbach sammelte auch in Altenmittlau (Gemeinde Freigericht) und so fanden sich in seiner Sammlung zahlreiche Döschen mit Proben, die nicht bestimmt waren, so wie im Bild oben zu sehen.
Wenn man die Form, die grüne Farbe und den nebenan erkennbaren Galenit (PbS) beachtet, sollte es sich um Mimetesit (Pb5[Cl|(AsO4)3]) handeln. Erschwerend ist, dass keine frei stehenden Kristalle ausgebildet sind (derb).

Nun erbrachte die chemische Analyse, dass neben dem Blei auch noch Kupfer enthalten ist. Zusammen mit den anderen Elementen scheidet ein Mimetesit aus. Mit diesen Elementen gibt es zahlreiche grüne Mineralien, so dass weitere Untersuchungen notwenig sind. Dass auch Cl, K und Ca enthalten ist, macht die Ansprache nicht leichter.

Raman-Spektrometer
Das Mikro-Raman-Spektrometer des Vereins bietet die Möglichkeit, Informationen über das Kristallgitter zu erhalten.

Die Untersuchung des Minerals mit dem Raman-Spektrometer erbrachte sehr eindeutig einen Duftit (PbCu[OH|AsO4]):

Daran kann man gut erkennen, dass die Bestimmung von Mineralien ein schwieriges Thema ist, bei dem viele Parameter eine Rolle spielen.
Visuell ist eine Bestimmung der grünen Massen und Kristalle in den Drusen des Zechstein-Dolomits kaum möglich, denn es gibt zu viele Möglichkeiten; und in jedem Hohlraum können etwas abweichende chemische Verhältnisse geherrscht haben, so dass, wenn man sicher gehen will, immer analysieren muss.

Nun führten die Forschungen zum Nachweis weiterer, teils bemerkenswerter Mineralien, die bisher aus der Region nicht bekannt waren. Auch führten diese Erkenntnisse in Kombination mit den Nachweisen aus anderen Vorkommen im Spessart auch zu einem schlüssigen Genese-Modell, womit die beobachteten Phänomene gedeutet werden kann. Deshalb planen wir die neuen Beobachtungen zu veröffentlichen.

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