Sonnenfinsternis 2026
Am Abend des 12.08.2026 konnte man bei uns eine partielle Sonnenfinsternis (englisch eclipse) bewundern. Der Schlüssel dafür ist, dass die Bahnparameter der Sonne, des Mondes und der Erde präzise bekannt sind und man mit komplexen mathematischen Methoden eine Vorgersage berechnen kann, die auch eintraf.

Der Premiumsplatz für die Beobachtung waren die hoch gelegenen Weinberge am Westrand des Spessarts, wie hier in Alzenau-Hörstein oberhalb des Abtshofs. Für einen Beobachter ohne Filter war die Sonne – trotz einer maximalen Bedeckung durch den Mond von 88 % um 20:14 Uhr und 4,6 ° über dem Horizont immer noch gleißend hell – siehe Foto oben. Die Wetterverhältnisse waren ausgezeichnet, denn man konnte dem Turm auf dem Feldberg im Taunus gut sehen. Lediglich ein paar ganz hohe Wolken waren am Himmel zu sehen.
Die Sonne strahlt 62.329 kW/m² Leistung (Strahlungsstrom) ab, bei einer Temperatur von fast 6.000 °C. Trotz der 150 Millionen km Entfernung reicht das, um die Abschattung von fast 90 % der tief stehenden Sonne nur als „Dämmerung“ wahr zu nehmen. Und die Farben verblassten wahrnehmbar.
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Dem Beobachter im Weinberg bot sich über dem Rhein-Main-Gebiet ein spektakuläres Bild, das vom Sonnenuntergang über dem Taunus mit abnehmender Bedeckung gekrönt wurde (siehe Foto ganz oben). Dabei kann man bei genauem Hinsehen in der Sonne auch links oben die gegenwärtig wenigen Sonnenflecken erkennen, die aber nicht sehr groß1 sind.

Die beeindruckenden Fotos von der Sonne wurden mit einem 48 Jahre alten Teleobjektiv der Marke NOVOFLEX 1:5,6 400 mm mit Gegenlichblende und einer adaptierten Digitalkamera SONY alpha 7R aufgenommen.
Dafür bastelte ich einen einfachen Filterhalter aus Pappe und einem Filter aus der gleichen Filterfolie, aus der die bekannten Schutzbrillen hergestellt werden.
Ich hatte 1999 bereits einen solchen A4-Bogen dieser Folie gekauft, aber damals wegen des schlechten Wetters nicht benötigt.
Nun sind Sonnenfinsternisse nicht ganz so selten, totale Finsterniss an einem bestimmten Ort aber schon, weil die Totalitätszone gemessen an der Größe der Erde ein sehr schmaler Streifen ist: nur ungefähr 200 km. Der Schatten rast mit einer Geschwindigkeit von bis zu 3.000 km/h über die Erdoberfläche! Aus dem Grund dauert die Totalität an einem Ort auch nur wenige Minuten; die Dauer der Totalität an einem Ort ist auf 7:31 Minuten begrenzt. Für Deutschland folgt, dass wir im Mittel alle ungefähr 100 Jahre eine totale Sonnenfinsternis sehen können. Weltweit kann man mit 2 (2001 bis 2010) bis maximal 5 (1805, 1935, 2206, 2709) Sonnenfinsternisse pro Kalenderjahr rechnen.
Folgende Sonnenfinsternisse mit erheblicher Bedeckung gab es bei uns oder wird es noch geben (Details siehe auf der Internetseite Sonnenfinsternis.org):
- 12.05.1706 (total)
- 19.08.1887 (total)
- 29.04.1976 (54 %)
- 30.05.1984 (30 %)
- 11.08.1999 (total in Süddeutschland)2
- 31.05.2003 (85 %)
- 20.03.2015 (83 % – habe ich bei wolkenlosem Himmel am Arbeitsplatz sehen können)
- 12.08.2026 (88 % im Rhein-Main-Gebiet)
- 02.08.2027 (62 %)
- 01.06.2030 (69 %)
- 21.06.2029 (80 %)
- 03.09.2081 (total in Süddeutschland)
- 07.10.2135 (total)
Also hebe man die Sonnenfinsternis-Brillen gut auf, denn man kann die auch später noch verwenden.
Literatur:
RAFFETSEDER, W. (1999): Sonnenfinsternis. Das Mysterium der reisenden Nacht.- 198 S., Tab., zahlreiche farb. Abb., mit eingelegter Sonnen-Sicht-Brille (Fab. Zeiss) [Heinrich Hugendubel Verlag] München.
- Wobei die Größe relativ ist, denn diese Sonnenflecken erstrecken sich über Flächen von mehr als 5.000 x 10.000 km und sind damit weit größer als Erde! Sie erscheinen dunkel, weil die Temperatur in dem Bereich um etwa 1.000 °C geringer ist als in der Umgebung. ↩︎
- Ich hatte den Urlaub dafür bereits seit mehr als 10 Jahren geplant, sehr zur Verwunderung meiner Vorgesetzten. Ich fuhr mit Helga in die Totalitätszone nach Schöneich bei Stuttgart, wo wir den Balkon meiner Schwester „gemietet“ hatten. Aber wir hatten Pech, denn es war stark bewölkt und regnete zeitweise, aber es wurde finster. Es wurde schnell dunkel und alles was Geräusche macht, wie die Vögel, verstummten. Ein trotzdem unvergesslicher Moment; die Totalität um 12.33 Uhr dauerte 2:17 Minuten. ↩︎



